Nahezu jeder junge Mensch im Alter zwischen 14 und 24 Jahren ist im Internet schon einmal Hate Speech begegnet. Hass im Netz grenzt aus und häufig führen Worte auch zu weiteren Gewalttaten. Hate Speech ist eine Form verbaler Gewalt, die einzelne Personen oder ganze Gruppen bewusst abwertet, diskriminiert und einschüchtert.
Aus diesem Grund hat die Landesregierung im Rahmen der Kampagne „Hessen lebt Respekt“ gemeinsam mit dem Kultus- sowie dem Justizministerium einen neuen Schülerwettbewerb zum Thema „Rap & Slam gegen Hass im Netz!“ veranstaltet. Der Wettbewerb richtete sich an Schülerinnen und Schüler, die sich in Form einer Projektgruppe zum Thema Hate Speech zusammengetan oder in ihren Klassen ein entsprechendes Unterrichtsprojekt dazu durchführt hatten. Mitmachen konnten Schülerinnen und Schüler ab Klasse 7 aller Schulformen.
„Respekt im Netz ist ein Thema, das uns im Alltag begleitet und immer wieder aufs Neue herausfordert. Mit dem Schülerwettbewerb ‚Rap & Slam gegen Hass im Netz!‘ wollten wir von den hessischen Schülerinnen und Schülern genauer wissen, was für sie Respekt im Netz bedeutet – und wie sie gegen Hass im Netz vorgehen. Die Schülergruppen und Klassen haben sich ganz unterschiedlich, aber durchweg kreativ mit dem Thema befasst. Es sind großartige, sehenswerte und vielfältige Darbietungen entstanden“, sagte der Regierungschef am Dienstag während der Preisverleihung des Wettbewerbs in Wiesbaden. Aus 83 eingereichten Beiträgen hatte eine Jury die besten zwölf ermittelt und die jeweiligen Schülerinnen und Schüler zur Preisverleihung nach Wiesbaden ins Landesmuseum eingeladen.
Respektkampagne
Die Respektkampagne „ Hessen lebt Respekt“ der Landesregierung legt seit 2017 ein besonderes Augenmerk auf aktuelle, gesellschaftliche und politische Themen, welche die Menschen in ihrem Alltag und in vielen Bereichen ihres Lebens tangieren. Respekt ist die Grundlage für ein friedliches und erfolgreiches Zusammenleben und ein gutes Miteinander in der Gesellschaft. Respekt ist aber kein Selbstläufer, sondern muss in einem rauer werdenden gesellschaftlichen Klima, in dem es scheinbar immer mehr auf Ellenbogen als auf Herz ankommt, hart erarbeitet werden. Mit der Initiative „Hessen lebt Respekt“ wurde ein deutliches Zeichen für Rücksichtnahme, Toleranz, Achtung und Respekt im Miteinander gesetzt. Dabei ist die Liste der durchgeführten Aktionen und Projekte lang: Mit mehr als 60 Auszeichnungen von „Menschen des Respekts“ und 26 prämierten „Orten des Respekts“ hat die Kampagne engagierte Bürgerinnen und Bürger sowie Vereine und Institutionen bei der Stärkung des Respekts in der Gesellschaft unterstützt. Die Initiative hat vor allem auch durch externe Kooperations- und Medienpartner, die sich dem Thema engagiert angenommen haben, eine große Projektvielfalt und Verbreitung erfahren.
Der Schülerwettbewerb wurde als Teil der „Hessen lebt Respekt“-Kampagne von der Hessischen Landesregierung, dem Landespräventionsrat und dem Medienpartner RTL Hessen initiiert. Schülerinnen und Schüler aller Schulformen ab der Jahrgangsstufe 7 waren dazu aufgerufen, sich musikalisch oder in darstellender Gedichtform mit dem Thema auseinanderzusetzen.
Leitfragen
Anhand der folgenden Leitfragen haben die teilnehmenden Schülerinnen und Schüler einen Rap oder einen Poetry-Slam entwickelt, mit dem Smartphone aufgenommen und eingesendet.
- Wie wirkt Hate Speech auf Betroffene?
- Wie können wir kreativ Hate Speech im Netz verhindern oder dagegen vorgehen?
- Was macht uns stark gegen Hate Speech stark und wie können wir uns dagegen positionieren?
- Was können wir für einen respektvollen und wertschätzenden Umgang miteinander tun?
Die Preisträger
Den mit 3.000 Euro dotierten ersten Preis bekam die Ethik-Klasse der G7a der Carl-Schomburg-Schule aus Kassel für ihren Rap-Song „Hater versus Maker“. Den zweiten Platz mit 2.000 Euro Preisgeld belegte die Freiherr-von-Schütz-Schule aus Bad Camberg mit ihrem Videobeitrag „LAUTLOS und doch LAUT gegen HASS“. Eine Schülergruppe der Elisabeth-Selbert-Schule aus Zierenberg belegte den dritten Platz und erhielt 1.000 Euro. Ihr Poetry Slam mit dem Titel „Vergiftetes Netz“ befasst sich ebenfalls mit Hass im Netz. Alle anderen neun eingeladenen Schülergruppen bekamen für ihre Teilnahme jeweils 200 Euro für ihre Klassenkassen.
„Wer sich menschenverachtend, gewaltverherrlichend oder hetzerisch äußert, muss mit Strafen rechnen, auch im digitalen Raum“, sagte Ministerpräsident Rhein bei der Prämierung und fügte hinzu: „Hass im Netz ist eine Gefahr für die Demokratie, dagegen müssen wir vorgehen. Dass sich knapp 40 Schulen aus ganz Hessen mit dem Thema auseinandergesetzt haben, ist großartig. Die Beiträge der Jugendlichen regen an, bringen die Mitschülerinnen und Mitschüler zum Nachdenken und sagen dem Hass im Netz den Kampf an.